Blühwiesen & Biodiversität

Ob im eigenen Garten, am Wegrand oder auf den Wiesen rund um Pöttmes: blühende, vielfältige Flächen sind die Grundlage für ein ganzes Netz aus Leben. Insekten stehen dabei im Zentrum – als Bestäuber und als Nahrung für Vögel und viele andere Tiere.

Insekten halten das Netz zusammen

Insekten sind weit mehr als Bestäuber. Sie sind zugleich die Nahrungsgrundlage für unzählige Vögel, Amphibien, Fledermäuse und Igel. Fehlen sie, entsteht eine Kettenreaktion, die das ganze Nahrungsnetz erfasst. Fünf Bausteine greifen ineinander:

Pflanzen

Heimische, blühende Pflanzen sind die Basis des Netzes. Sie liefern Nektar, Pollen und Blätter – Nahrung und Lebensraum für Insekten. In Gärten, an Wegrändern und auf extensiv genutzten Wiesen entscheidet die Vielfalt der Pflanzen darüber, wie viele Arten überhaupt Platz finden.

Bestäubung

Rund 80 % der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, und etwa 85 % der landwirtschaftlichen Erträge im Obst- und Pflanzenbau hängen von Bestäubung ab.1 Ohne Insekten gäbe es weniger Früchte, Samen – und weniger Nachwuchs bei den Pflanzen selbst.

Biomasse

Die schiere Menge an Insekten – die Biomasse – ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch geschrumpft. Die Krefelder Studie wies über 27 Jahre einen Rückgang der Fluginsekten-Biomasse um rund 76 % nach.2 Weniger Biomasse heißt: weniger Bestäubung und weniger Nahrung im gesamten Netz.

Nahrungsgrundlage

Fast alle Singvögel füttern ihre Küken mit proteinreichen Insekten – selbst Arten, die als Erwachsene Körner fressen. Ein einziges Kohlmeisen-Paar braucht für eine Brut rund 7.000 bis 8.000 Raupen.3 Fehlen die Insekten zur Brutzeit, verhungern die Jungen.

Tiere

Am Ende der Kette stehen die Tiere, die von Insekten leben: Vögel, Amphibien, Fledermäuse, Igel. In der EU sind zwischen 1980 und 2016 rund 56 % aller Feldvögel verschwunden – der Insektenschwund gilt als eine der Hauptursachen.4

Selbst aktiv werden

Jeder Garten und jede Fläche zählt. Heimische Blühpflanzen statt Zierrasen, später und seltener mähen, auf Pestizide verzichten, Totholz- und Steinecken sowie Nisthilfen stehen lassen – so wird aus einer grünen Fläche ein lebendiger Lebensraum, der das ganze Netz stützt.

Zum Ausprobieren

Was passiert, wenn die Insekten fehlen?

Zieh am Insektenbestand und sieh, wie das Netz kippt – Bestäubung und Nahrungsgrundlage sinken, Vögel und andere Tiere verlieren ihre Basis.

Misch deine Wiese

Welche Blumen locken welche Insekten? Klick dich durch und schau, wie deine Wiese – im Garten oder in der Landschaft – zum Leben erwacht.

Quellen

  1. NABU sowie Deutscher Imkerbund e. V. – Bedeutung der Insektenbestäubung, abgerufen 2026. nabu.de
  2. Krefelder Studie (Hallmann u. a. 2017), zusammengefasst vom NABU – Insektensterben. nabu.de
  3. LBV – Aufzucht von Blau- und Kohlmeisen, abgerufen 2026. lbv.de
  4. NABU – Vogelsterben und europäischer Feldvogel-Index, abgerufen 2026. nabu.de